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Layout Planung

Eine wichtige Grundlage für die Planung einer pharmazeutisch/biotechnologischen Anlage ist die Anordnung des Equipments im Rahmen eines Layouts.

Am besten ist es, wenn der Anlagenplaner möglichst zu Beginn schon in die Planung des Raumlayouts einbezogen werden. Besonders dann, wenn das Gebäude noch nicht steht und noch Einfluss auf das Raumlayout genommen werden kann. Beispielsweise erfordert ein Medientransfer, der die Transferierung durch Schwerkraft nutzt, eine Platzierung der Behälter auf verschiedenen Bodenebenen, was sich auf das Gebäudedesign auswirken kann. Oft ist es jedoch so, dass neue Anlagen in bereits bestehende Gebäude integriert werden müssen. Und hierin liegt die grosse Herausforderung. Für gewöhnlich ist die verfügbare Fläche im Reinraum sehr gering bemessen, da die Ausstattung mit HEPA Filtern in der Lüftung kostspielig ist. Ausserdem können Reinraumwände häufig nicht flexibel verschoben werden, da die verschiedenen Reinraumzonen in einem grösseren Zusammenhang mit angrenzen Korridoren und Räumen stehen. So sollte mit Vorteil die Anordnung der Reinraumzonen abgestimmt werden auf die Abfolge der Produktprozesse. Zum Beispiel Reinräume für Medienvorbereitung -> Vorkulturen -> Kultivierung -> Aufreinigung jeweils möglichst angrenzend.

Um eine möglichst platzsparende aber dennoch wartungs- und bedienungsfreundliche Lösung zu finden benötigt es nicht selten mehrere Entwürfe und Studien, bis alle Bedürfnisse gedeckt und alle Anforderungen erfüllt sind. Dabei sind viele technische und kundenspezifische Abhängigkeiten zu evaluieren welche Einfluss auf die Anordnung des Equipments haben. Denn was auf dem R&I Schema gut ausschaut passt in der Realität selten genauso in die dafür vorgesehene Ecke.

Um z.B. die Kerzen der Filter zu wechseln, muss dessen Gehäuse abgehoben werden können. Hierfür ist es notwendig, dass oberhalb des Filters dieselbe Höhe freigelassen wird. Somit kann ein Filter nicht unmittelbar unterhalb der Reinraumdecke platziert werden.

Manchmal muss jedoch trotz aller Bemühungen ein Kompromiss gefunden werden. Falls ein Raum z.B. nur 4 Meter hoch ist, jedoch für die Bedienung oder aus Platzgründen, zwingend eine Personenplattform vorgesehen werden soll. Dies führt dann zwangsläufig dazu, dass entweder unter oder über die Plattform die Stehhöhe eingeschränkt ist. Da die Plattform selbst aus Stahlprofilen besteht, welche ebenfalls Platz in der Höhe einnehmen.

Auch sind Lauf- und Fluchtwege und dergleichen zu berücksichtigen. Je nach Land gelten auch spezielle Vorschriften bezüglich der Personenrettung, welche zwingend einzuhalten sind. Oder der Kunde benötigt Platz um mit grösseren Trolleys durch zu fahren.

Eine weitere Herausforderung ist die Einbringung der Anlage in ein bestehendes Gebäude. Denn selten ist es möglich eine ganze Aussenwand zu öffnen. Das bedeutet, dass die Anlage über die bestehenden Türen, Gänge usw. in den entsprechenden Raum gebracht werden muss. Hierfür muss die kleinste verfügbare Öffnung bekannt sein. Auch relevant sind die Breiten der Gänge, denn sie sind entscheidend, wie lange ein am Stück transportiertes Teil sein darf, damit es noch um die Ecke oder in einen bestimmten Raum kommt. Das grösste, nicht zerlegbare Element stellt hierbei in der Regel der Kessel dar. Aber je weniger man für den Transport auseinander nehmen muss umso besser. Denn das spart vor Ort eine Menge Zeit und Arbeit.

Dieser Blogbeitrag hebt einige Überlegungen bei der Planung eines Layouts hervor; es gibt viele andere Anforderungen, die berücksichtigt werden müssen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kunde und Anlagenbauer führt zu einer Geräteanordnung, die dem Layout, dem Prozess, den betrieblichen und behördlichen Anforderungen, der Sicherheit, der Wartung, den Bewegungsaspekten und natürlich einer optisch beeindruckenden Suite aus Ihrem Sichtkorridor am besten entspricht.

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